Sie befinden sich hier:

Arbeit und Alter

In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft der Universität Wuppertal (Projektleitung: Prof. Hasselhorn) forschen wir zum Umgang mit digitalen Arbeitsmitteln bei älteren Beschäftigten.

Seit 2011 begleitet die repräsentative lidA-Studie Personen auf ihrem Weg zwischen Arbeitsleben und Ruhestand. Neue Technologien, veränderte Arbeitsformen, Flexibilisierung und weitere Faktoren führen zu veränderten Arbeitsbedingungen, die vor allem ältere Erwerbstätige vor große Herausforderungen stellen. Daher untersuchen wir u.a. den Einfluss von veränderten Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit und Erwerbsteilhabe von älteren Beschäftigten.

Insbesondere interessieren uns die Nutzung digitaler Arbeitsmittel und die Auswirkungen betrieblicher Unterstützung auf die Gesundheit, Zufriedenheit und Sicherheit älterer Beschäftigte im Umgang mit IT.

Weitere Informationen zur lidA-Studie finden Sie auf den Seiten des Lehrstuhls für Arbeitswissenschaft der Uni Wuppertal.

Welche Rolle spielen der Einsatz von IKT und die digitale Arbeitsintensivierung bei älteren Beschäftigten? Assoziationen digitaler Arbeit mit Gesundheit und Arbeitsfähigkeit in verschiedenen sozioökonomischen Gruppen

Ältere Beschäftigte werden häufig als anfällig für negative Auswirkungen von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) erforscht. Eine digitale Arbeitsintensivierung (Techno-Overload) entsteht, wenn IKT eine Arbeitserfahrung befördern, die häufig durch das Gefühl gekennzeichnet ist, dass man schneller oder mehr arbeiten muss und, dass die Anforderungen am Arbeitsplatz die dafür erforderlichen Ressourcen übersteigen und sich somit negativ auf die Gesundheit auswirken. Dieses Projekt untersucht die Auswirkungen der arbeitsbedingten IKT-Exposition, d.h. IKT-Nutzung und digitale Arbeitsintensivierung, auf die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit in verschiedenen sozioökonomischen Gruppen.

In Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Wuppertal (Department of Occupational Health Science) haben wir in Welle 3 der repräsentativen lidA-Kohortenstudie („Leben in der Arbeit“) Querschnittsdaten von 3180 Teilnehmern (geb. 1959 und 1965) analysiert. Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von IKT an sich nicht signifikant mit negativen Ergebnissen verbunden war, die Intensivierung der digitalen Arbeit sich jedoch negativ auf die psychische Gesundheit und die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Die Ergebnisse weisen auf die Notwendigkeit hin, den sozialen Kontext des technologischen Wandels als Treiber für negative Manifestationen der Digitalisierung bei der Arbeit zu betrachten.