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Digitalisierte Arbeit, Gesundheit und sozioökonomische Position

Untersuchungen haben gezeigt, dass soziale Ungleichheiten bei den Arbeitsbedingungen die Gesundheit beeinträchtigen. Zum Beispiel ist eine höhere sozioökonomische Position (SEP) mit einer besseren Selbsteinschätzung der Gesundheit verbunden, während Arbeitsstress bei niedrigeren SEP-Gruppen häufiger auftritt. Da ausgeprägte und systematische gesundheitliche Ungleichheiten zu weiteren gesellschaftlichen Herausforderungen wie Langzeitarbeitslosigkeit und unfreiwilliger Frühverrentung führen können, besteht ein wachsendes Interesse an sozialen Determinanten der Gesundheit am Arbeitsplatz. Dieses Projekt befasst sich mit der Frage, ob die potenzielle Belastung durch Technostress entlang eines sozialen Gefälles ungleich verteilt ist. Die Frage wie digitalisierte Arbeit mit Gesundheit und Arbeitsergebnissen zusammenhängt sowie die Rolle des sozioökonomischen Status wird anhand eines systematischen Reviews bewertet. Aus methodischer Sicht werden auch die Implikationen verschiedener Operationalisierungen von SEP analysiert.

Digitalised work, health and socioeconomic position at work

Research has shown that social inequalities in working conditions impact health. For instance, higher socio-economic position (SEP) is associated with better self-rated health, while work stress is more prevalent among lower SEP groups. Because marked and systematic inequalities in health can lead to further societal challenges such as long-term unemployment, and involuntary early retirement, there has been a growing interest in social determinants of occupational health. This project addresses the question whether the potential burden of technostress is unequally distributed along a social gradient. The question will be addressed in a systematic literature review on how digitalised work is linked to health and work outcomes, while also assessing the role of socioeconomic status. From a methodological perspective, it also discusses the implications of different measures of SEP.

Technologische Umstrukturierung, Arbeitsplatzunsicherheit und Gesundheit

Techno-Insecurity, die wahrgenommene Bedrohung für den Verlust eines Arbeitsplatzes aufgrund des technologischen Wandels, wird seit einer Oxford-Studie nach denen etwa die Hälfte aller Arbeitsplätze dem Risiko ausgesetzt ist, durch Technologien ersetzt zu werden, international heftig diskutiert. Eine repräsentative deutsche Umfrage („Digitalisierungsmonitor“) ergab, dass 13% der deutschen Arbeitnehmer damit rechneten, dass ihre Arbeitsplätze durch Technologie ersetzt werden, und dass es einen deutlichen sozialen Gradienten gibt, sodass 28% der Personen mit niedrigem Bildungsstatus diese Erwartung zum Ausdruck bringen. Die Unsicherheit am Arbeitsplatz, egal ob es sich nur um eine nur subjektiv wahrgenommene oder eine reale Bedrohung handelt, kann eine Vielzahl von nachteiligen Folgen für die Gesundheit haben, die mit der tatsächlichen Arbeitslosigkeit vergleichbar ist.

Empirische Belege für die wahrgenommene Arbeitsplatzunsicherheit aufgrund der Digitalisierung und ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit sind derzeit jedoch rar. In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) untersuchen wir, ob eine wahrgenommene Digitalisierung und organisatorische Umstrukturierung die subjektive Arbeitsplatzunsicherheit beeinflussen und inwieweit sich dies auf Gesundheits- und Arbeitsoutcomes in verschiedenen sozioökonomischen Gruppen auswirkt. Die Analyse basiert auf Daten der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragungen zwischen 2006 und 2018. Unsere Ergebnisse dienen der Entwicklung von Empfehlungen für Forschung und Politik zur Erfassung der Digitalisierung von Arbeit in Beschäftigtensurveys.

Technological restructuring, job insecurity and health

Techno-insecurity, the perceived threat about losing ones job due to technological change, has been hotly debated following dramatic claims of widely discussed research that estimated about half of all jobs to be at risk of being substituted by technologies (Frey & Osborne 2013). A nationally representative survey (“Digitalisierungsmonitor”) indicates that 13% of German workers expected their jobs to be replaced by technology and showed that there is a clear social gradient with 28% of low education expressing this expectation. Importantly, Importantly, job insecurity, whether it is just a perceived or real threat,  has a wide range of adverse consequences for health and can pose a threat to health comparable to that of actual unemployment.

However, empirical evidence on perceived job insecurity due to digitalisation and its effects on health is currently scarce. In collaboration with the Federal Institute for Occupational Safety and Health, this project examines whether whether perceived digitalisation and organisational restructuring influence subjective job insecurity as well as the extent to which this impacts health and work outcomes in different socioeconomic groups. The analysis is based on data from the national employment survey (“Erwerbstätigenbefragung”) between 2006 and 2018. Our findings will be developed and published as recommendations for research and policy as to capturing workplace digitalisation in occupational health surveys.

Empfehlungen zu digitaler Arbeit für Wissenschaft, Politik und Unternehmen

Unsere Ergebnisse dienen der Entwicklung von Empfehlungen für Wissenschaft, Politik und Unternehmen im Hinblick auf das Zusammenspiel von Digitalisierung und Diversity in der Arbeitswelt. Das Ziel ist die bessere Erfassung und gesündere Gestaltung von digitalisierter Arbeit in verschiedenen Organisationsformen, auch unter Berücksichtigung von Kriterien der Diversitätssensibilität. Die Ergebnisse unserer Institutsprojekte zu digitaler Arbeit werden zusammengefasst, um praxisorientierte Empfehlungen zu entwickeln. Außerdem sollen Studienerkenntnisse zur Rolle der sozioökonomischen Position sowie zur Berücksichtigung sozialer und beruflicher Kontexte sowie Arten der Digitalisierung in die Entwicklung von Beschäftigtensurveys einfließen.

Recommendations for science, politics and organisations as to digitalisation at work

Our research serves to develop recommendations for science, politics and organisations with regard to the interplay of digitization and diversity in the world of work. The goal is the better assessment and healthier design of digitized work in different types of organisations, also taking into account dimensions of diversity. The findings from our institute’s projects on digital work are synthesized in order to develop practice-oriented recommendations. In addition, study findings on the role of socio-economic position and the consideration of social and professional contexts as well as types of digitization will be incorporated into the development of employment surveys.