Forschung am Institut für Arbeitsmedizin

Die Forschung am Institut für Arbeitsmedizin bewegt sich entlang der Achsen Digitalisierung, Diversity und Partizipation. Unser Team besteht aus Vertreter*innen aus den Feldern Medizin, Public Health, Ethnologie, Sozialwissenschaften, Sportwissenschaften sowie Psychologie und verfolgt praxisorientierte Forschung auf der Grundlage von partizipativen Forschungsansätzen und einer engen Zusammenarbeit mit Praxispartnern, zu denen private und öffentliche Organisationen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zählen.

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Partizipation als Grundlage von Intervention und Evaluation

Abbildung zu "Partizipation als Grundlage von Intervention und Evaluation"
Abbildung "Partizipation als Grundlage von Intervention und Evaluation", © Charité

Durch eine Multi-Stakeholder-Orientierung verfolgen wir das Ziel die Bedarfsorientierung, Effektivität und Nachhaltigkeit von Forschungsergebnissen und Praxistools zu gewährleisten.

Stakeholder bezeichnet dabei alle, die direkt oder indirekt von der geplanten Forschung bzw. dem Forschungsgegenstand betroffen sind und eingebunden werden sollten. Durch eine situativ angepasste Einbindung der Stakeholder bereits während des Forschungsprozesses erfolgt die Bedarfsorientierung auf kooperativer und kontinuierlicher Basis.

Daher setzen wir bei der Entwicklung von Interventionen und Evaluationsprojekten auf partizipative Methoden.

Digitalisierung und Diversity

Wir befassen uns mit den Schwerpunktthemen Digitalisierung und Diversity, um die Potenziale und Problemlagen in der Arbeitswelt im Hinblick auf Gesundheit und dessen Gestaltungsmöglichkeiten zu erforschen. Die Digitalisierung ist überall, jedoch oft diffus: Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) haben einen großen Einfluss auf Arbeitsweisen und -inhalte (z.B. E-Government). Die Digitalisierung von Informationen hat Arbeitsprozesse verändert und eine räumliche und zeitliche Flexibilisierung von Arbeit und Interaktionen vorangetrieben (z.B. Crowdworking, Plattformarbeit, Digital Nomads). IKT haben auch die Schaffung völlig neuer Arten von „digitaler“ Arbeit ermöglicht, die die Grenze zwischen Freizeit und Arbeit verschieben (z.B. Coworking).

Gesundheitliche Chancen und Risiken von Digitalisierungsprozessen an möglichst konkreten Fällen theoriegestützt zu untersuchen, ermöglicht es auch, den Begriff Digitalisierung differenzierter zu betrachten. Durch unsere ganzheitliche und diversitätsorientierte Perspektive auf der Grundlage von partizipativen Forschungsansätzen werden ethische, legale und soziale Implikationen der Digitalisierung nachhaltiger erfasst.

Diversity-Orientierung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM)

Das Projekt „BGM vital – Servicestelle mit diversitätssensibel Handlungshilfe“ ist ein interdisziplinäres Verbundvorhaben, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Programmlinie „Zukunft der Arbeit“ im Handlungsfeld „Gesundheit in der Arbeitswelt“ gefördert wird.

Das Verbundprojekt fällt in das Themengebiet der Implementationsforschung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement von kleineren und mittleren Unternehmen (KMU). Ziel ist die nachhaltige Unterstützung von KMU im BGM-Bereich durch eine bedarfsorientierte Servicestelle mit webbasierter und diversitätssensibler Handlungshilfe, die partizipativ entwickelt wird.

Zu Beginn liegt der Fokus auf Menschen mit Migrationshintergrund türkischer Herkunft, jedoch werden im Verlauf des Projekts übertragbare Konzepte und Produkte entwickelt.

Somit befasst sich das Institut zusätzlich zur Erforschung von Digitalisierung als Prozess auch mit dem Thema E-Health und der Entwicklung von digitalen Produkten und Apps.

Arbeit und Alter(n)

In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft der Universität Wuppertal (Projektleitung: Prof. Hasselhorn) forschen wir zum Umgang mit digitalen Arbeitsmitteln bei älteren Beschäftigten.

Seit 2011 begleitet die repräsentative lidA-Studie Personen auf ihrem Weg zwischen Arbeitsleben und Ruhestand. Neue Technologien, veränderte Arbeitsformen, Flexibilisierung und weitere Faktoren führen zu veränderten Arbeitsbedingungen, die vor allem ältere Erwerbstätige vor große Herausforderungen stellen. Daher untersuchen wir u.a. den Einfluss von veränderten Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit und Erwerbsteilhabe von älteren Beschäftigten.

Insbesondere interessieren uns die Nutzung digitaler Arbeitsmittel und die Auswirkungen betrieblicher Unterstützung auf die Gesundheit, Zufriedenheit und Sicherheit älterer Beschäftigte im Umgang mit IT.

Weitere Informationen zur lidA-Studie finden Sie auf den Seiten des Lehrstuhls für Arbeitswissenschaft der Uni Wuppertal.